Der 23jährige aus Mieming in Tirol hat beim ÖM-Finale in St. Georgen ob Judenburg im besten Sinn des Wortes nichts mehr zu verlieren: denn ihm ist der Titel des Enduro Junioren-Staatsmeisters bereits sicher. Mit zwei Siegen in zwei Tagen hat Roberto Pirpamer Anfang September beim “Aspang Race” bereits alles klar gemacht und sich in der Junioren-ÖM uneinholbar an die Spitze gesetzt. Im HartEnduro-Interview erklärt der junge Tiroler, weshalb ihm Steine lieber als Wurzeln sind, und wie er Lehre und (Motorrad-)Karriere unter einen Helm bringen will.

HartEnduro.at: Mit ein bisschen Abstand, wie fühlt sich das an, Junioren-Staatsmeister zu sein?

Roberto Pirpamer: “Ich muss ehrlich sagen, dass ich es noch immer nicht ganz realisiert habe. Es ist ein unbeschreibliches Gefühl. Es war schon immer ein Traum von mir, an der Spitze mitzufahren und ich würde sagen, mit diesem Titel ist mir das gelungen.

Ich habe in den letzten Wochen immer wieder an die Anfänge gedacht. Als ich als ganz Junger immer Rudi Pöschl, Clemens und Lukas Neurauter, Manuel Perkhofer und Bernhard und Marco Schöpf angefeuert habe. Das waren meine Vorbilder. Mit der Freundschaft zu Bernhard und Marco Schöpf fing meine Rennfahrerkarriere im Jahr 2011 an. Sie haben mich motiviert. Und im “Enduro Team Tirol” kam dann auch Rudi Pöschl als Teamkollege und Lehrmeister dazu. Jede Menge Unterstützung und Tipps habe ich auch von unserer MX-Klicke bekommen: von Lukas Neurauter, Manuel Perkhofer und Martin Wolf. Das Wichtigste aber ist immer die Unterstützung durch meine Familie! Mein Papa Robert und mein Bruder Alessandro haben unzählige Kilometer und Arbeitsstunden in das Alles hinein gesteckt.”

Roberto Pirpamer: “Die ÖM ist echt hart! Da heißt es Jeder gegen Jeden! “

Wenn du die Saison Revue passieren lässt: Was war dein schwierigstes Rennen, wann hast du gewusst, dass es sich ausgehen kann?

Roberto Pirpamer: “Wir trainieren zu Hause in Tirol fast nur auf Steinen und haben kaum Möglichkeiten, auf Wurzeln zu üben. Darum war ich vor der ÖM in diesem Jahr ziemlich skeptisch, weil die Rennen hier meist sehr wurzelig sind. Aber man entwickelt von Rennen zu Rennen mehr Gefühl dafür.

Fahrerisch war sicherlich die “Enduro Trophy” in Rothenfels mit dem Wahnsinns-Regen und dem Gewitter der schwierigste Lauf. Vom Kopf her war aber das “Aspang Race” für mich sehr schwierig. Ich wusste, dass mir die Strecke liegt und ich wusste, dass ich mir mit einem perfekten Wochenende fix den Junioren-Titel sichern könnte. So habe ich mir selbst noch mehr Druck gemacht. Im Hinterkopf fährt immer die Angst vor einem Ausfall mit. Zugleich muss man aber doch auch riskieren. Am Ende ist aber alles gut gegangen und ich bin sehr glücklich darüber.

Organisatorisch hatte ich in diesem Jahr auch so meine Schwierigkeiten. Denn ich begann meine Ausbildung als Tiefbauer. Die Arbeitszeiten lassen da nicht immer das optimale Training zu. Und auch die Vorbereitung auf die Rennen war oft sehr hektisch.”

Was sagst du über deine Konkurrenten in der Junioren ÖM?

Roberto Pirpamer: “Wir kennen einander ja schon seit einigen Jahren und sind auch richtig gut befreundet. So kennt man auch die eine oder andere Stärke oder Schwäche des Konkurrenten. Ich wusste, dass Patrick Riegler ein echt harter Brocken ist, wenn es schlammig oder wurzelig ist. Wir haben uns bei einigen Rennen auch richtig gute Fights bis zur letzten Runde geliefert. Durch seine Verletzung konnten wir das leider nicht bis zum Ende ausfahren. Das wäre bestimmt noch interessant geworden! Und mit Marco Messner musst du immer rechnen. Wenn der Tag passt, ist er immer für den Sieg gut. Man darf ihn nie aus den Augen lassen.”

Der neue Junioren-Staatsmeister will im kommenden Jahr in der Open OM mitmischen.

Wie willst du weitermachen? Interessiert dich mittelfristig auch, zum Beispiel die WESS zu bestreiten?

Roberto Pirpamer: “Ich werde nächstes sicher wieder bei der Enduro ÖM starten. Die ÖM ist echt hart! Da heißt es Jeder gegen Jeden! Für die Junioren-Klasse bin ich dann ja zu alt. Ich bin aber immer froh und bereit für neue Herausforderungen und nehme das motiviert an. Ein großes Ziel von mir wäre auch, beim “Erzbergrodeo” einmal zu finishen. Aber wie Rudi Pöschl gezeigt hat, kann man sich damit auch Zeit lassen (lacht). Ich muss mir meine Ziele aber realistisch stecken. Ich bin in meiner Ausbildung zum Tiefbauer zeitlich eingeschränkt, daher wird die ÖM mein sportliches Hauptbetätigungsfeld sein. Natürlich verfolge ich die WESS laufend und finde sie sehr interessant. Vielleicht schaffe ich es zu einzelnen Rennen. Für die ganze Serie fehlt mir als Lehrling aber die Zeit und das Geld.”

Wie schätzt du das Potential des Enduro-Sports in Österreich ein?

Roberto Pirpamer: “Österreich hat ein riesiges Potential an Nachwuchsfahrern! Ich durfte die letzten Jahre des Öfteren bei Alois Vieghofer als Trainer aushelfen. Dort konnte ich selber den ein oder anderen Tipp weitergeben und ich muss sagen: da kommen richtige große Talente auf uns zu.” (interview: c. panny, hubert lafer)

LINK: Robertos “Enduro Team Tirol”
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LINK: Das ÖM-Finale in St. Georgen ob Judenburg 

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