"Der Hiasi macht mich richtig stolz!"
Dieses Kompliment kommt von Heinz Kinigadner. Er hatte die Weichen auf 'Rally' gestellt, als sich Matthias Walkner nach seinem MX3-WM-Titel 2012 sportlich neu orientieren wollte: "Nach knapp mehr als einem Jahr ist der Matthias jetzt der Weltbeste; als Weltmeister kann er das zu Recht von sich behaupten." Und so schließt sich der Kreis: vor genau einem Jahr bestritt Matthias Walkner in Marokko seine erste WM-Rally, 12 Monate später fixiert er in Marokko seinen ersten Rally-WM-Titel.

Auch auf den letzten anspruchsvollen gut 250 Rally-Kilometern in Marokko blieb Matthias Walkner fehlerlos: „Heute ist es wieder extrem gut gelaufen. Ich konnte bei Kilometer 40 die Führung übernehmen und bin dann ab Wertungspunkt 2 um mein Leben gefahren." Zum Greifen nah war der Titel dann, als sein direkter Titelkonkurrent Pablo Quintanilla zuerst ein wenig falsch navigierte und sich dann bei einem Sturz leicht verletzte: "Als ich beim Tankstopp 15 Minuten warten musste und der Pablo nicht kam, wusste ich, dass ich gut unterwegs bin. Ich habe dann versucht, keine Fehler mehr zu machen und bin mehr oder weniger gemütlich ins Ziel gefahren."

Walkner geht Baden. Die KTM-Mannschaft feiert ihren neuen Weltmeister.


Pablo Quintanilla und Matthias Walkner haben sich bis zum letzten Tag ein taktisch rasantes Duell geliefert.

Im Ziel gab es für das "Red Bull KTM Rally Factory Racing Team" dann eine doppelte Premiere zu feiern: Sam Sunderland konnte seinen ersten Sieg bei einer WM-Rally feiern. Und Matthias Walkner krönte seine erste komplette Rally-Sasion mit seinem ersten WM-Titel: "Ein großer Dank an mein Team und meinen Teamchef Stefan Huber, die mir immer geholfen haben, auch wenn es manchmal nicht so leicht war. Und Danke auch an Familie, Freunde, Sponsoren und die Fans zuhause."

Matthias Walkner auf dem Weg zu seinem ersten Rally-WM-Titel.


Sam Sunderland gewinnt in Marokko vor Matthias Walkner und Paulo “Speedy” Goncalves (Honda).

Bei der 'Rallye OiLibya du Maroc 2015' hat Matthias Walkner aus verschiedenen Gründen ein wahres Meisterstück geliefert. Auch ohne die rosarote Brille des WM-Titels hat der 29jährige aus Kuchl hier gezeigt, dass er in den vergangenen zwölf Monaten höchst konzentriert daran gearbeitet hat, sich in allen Aspekten des Rally-Sports zu verbessern. Denn dass er einer der Schnellsten im Rally-Zirkus ist, das hat ihm sein legendärer Titel-Vorgänger Marc Coma schon sehr bald attestiert. Doch Matthias Walkner wollte auch in Sachen Navigation und Taktik eine möglichst steile Lernkurve steuern. Unter anderem hatte er im 'Red Bull'-Trainingszentrum in Thalgau um ganz spezielle Übungen angesucht, um die Bilder des Roadbooks schneller zu erkennen und länger zu speichern. Schon im Dezember 2014 hat er hier auf IG.G vorgerechnet: "Bei jedem Blick ins Roadbook drosselt man das Tempo ein klein wenig und verliert ein paar Sekunden." Bei mehreren Tausend Kilometern kann man da schon einiges an Zeit liegen lassen. Beispielhaft dafür ist die Tatsache, dass Walkner und Quintanilla nach der vorletzten Etappe und gut 2000 Kilometern in Marokko nur knapp eine Minute auseinander gelegen sind.

Doppelte Premiere: Sam Sunderland gewinnt seine erste WM-Rally, Matthias Walkner holt sich seinen ersten Rally-Titel.


Auch nach Marc Comas' Rücktritt kann das "Red Bull KTM Rally Factory Racing Team" den WM-Titel feiern.

Walkners Mentor Heinz Kinigadner führt den Erfolg seines Schützlings auch auf dessen konsequentes Training zurück: "Nach der Umstellung vom Motocross habe ich mir nicht gedacht, dass er so schnell zu einem schnellen und vor allem sicheren Rally-Fahrer wird. Er hat aber wahrscheinlich auch so viel gearbeitet wie kein anderer, das ist jetzt das wohlverdiente Resultat. Genau vor einem Jahr gab er bei der gleichen Rally sein Debut in der WM-Elite, diese Woche hat er die wenigsten Fehler gemacht und sich den Titel wirklich verdient."

"Jetzt können wir uns alle freuen und ein wenig feiern!"

In die gleiche Kerbe schlägt KTM-Team Manager Alex Doringer: "Eine Wahnsinns-Leistung vom Matthias, nach nur einem Jahr im Rally-Sport den WM-Titel von einem gewissen Marc Coma zu übernehmen. Er hat sich in der extrem kurzen Zeit sehr stark verbessert, ist zwar noch nicht ganz perfekt unterwegs, wenn er aber in der Gangart weiterarbeitet, steht ihm noch eine große Rally-Zukunft bevor."

Die Pause ist nur kurz. Matthias Walkner startet gleich auch bei der 'Merzouga Rally'.

Die Feier nach dem Titel war dosiert und kurz, denn Matthias Walkner bleibt in Marokko, um hier gleich auch die 'Merzouga Rally' zu bestreiten. Als Training für das nächste große Ziel, sagt Heinz Kinigadner: "Rennen fahren ist die beste Vorbereitung auf die 'Dakar'. Und diese beiden Rallys in Folge sind eine perfekte Simulation für diese große Prüfung zum Jahresbeginn.“ (ktm & ig.g)

LINK: OiLibya Rally
LINK: Matthias Walkner auf Twitter
LINK: KTM

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