Innviertler Gnackwatsche
Die LC4 ist Kult! Jedermanns Hardenduro, Dakar-Siegerin, Enduro-Weltmeisterin, KTMs Zugpferd nach dem Crash. Nach rund 150.000 verkauften Einheiten in 22 Modelljahren stellen uns die Mattighofner heuer mit der Enduro 690 die Nachfolgerin der Legende ins Schaufenster. Hier beschrieben von Herwig “Objektiv” Peuker.

Der eingespritzte OHC 654ccm Viertaktmotor wurde schon letztes Jahr in der Supermoto 690 (/R) vorgestellt, die KTM 690 Enduro und ihre Schwester, die SMC690, bekamen aber ein völlig neues, ursprünglich im Rallyesport entwickeltes Chassis: Ein zweistrahliger Gitterrohrrahmen, ein selbsttragendes Kunststoffheck, das als 12l-Tank dient; über dem Motor sitzt nun die voluminöse Airbox, dazu eine geschlossene Schwinge mit Umlenkung.

Das Rahmenkonzept hält das Gewicht mit trockenen 138,5 kg moderat und erlaubt durch die Massenzentralisierung extrem neutrales Anbremsen/Einlenken sowie bessere Servicezugänglichkeit zum Zylinderkopf. Dass dies kein hohler Marketingag ist, zeigt sich schon beim Rangieren; allerdings erreicht die 690er mit 910mm Sitzhöhe einen stolzen Wert und die Rahmenkonstruktion rund um den Lenkkopf beschränkt den Lenkeinschlag für Hardcore-Offroadeinsätze recht stark.

Neben der WP 48er USD-Gabel und der fetten 300er Scheibe vorn, dem konifizierten Alulenker und Anti-Hopping-Kupplung gibt´s noch allerlei Feinheiten wie den schnittigen Bremzylinder hinten (steinschlaggeschützt) oder ein mehrstufig einstellbares Mapping, z.B. zur Leistungsdrosselung in schwerem Gelände oder für niederoktanigen Sprit.

Wirkt die 690 Enduro im Stand noch mächtig, in Fahrt versteckt sie ihr nicht ganz niedriges Gewicht sehr gut. Die KTM liegt auf der Straße wie auf unbefestigten Wegen sehr berechenbar und bleibt auch bei hartem Ankern neutral.

Und das Gesamtpaket rund um den 63PS starken Motor ist der Hammer. Der schiebt dank Einspritzung schon knapp über Standgas sehr direkt an, bleibt durchs ganze Band linear und hat immer, IMMER!, mehr als genug Reserven. Dazu halten sich die Vibrationen für einen Einzylinder dieser Größe erfreulicherweise in Grenzen.

Endlose Schotterdrifts sind garantiert, bei einer ungeahnten Verspieltheit und Spurtreue.

Fazit: mit dem bärenstarken Motor und dem voll offroadtauglichen (und trotzdem recht bequemen) Fahrwerk erschließt die  KTM 690 Enduro ein fast uneingeschränktes Einsatzgebiet von der Heizerei im Winkelwerk zur Reiseenduro, vom Daily Driver zum  besten Freund in mittelschwerem Gelände. (herwig peuker) Hinweis: in manchen Browsern muss man nach dem Anklicken der Galerie zuerst nach oben scrollen, um die Bilder zu sehen. Dann mit Klicken vor bzw. zurück.

IG.G-STORY 2008: Die KTM 690 Enduro R
LINK: KTM 2012 mit der ‘690 Enduro R’