Enduro-Artist Dieter Rudolf hat seine Premiere bei der härtesten Hard-Enduro-Rally der Welt mit einem Sieg gekrönt. Bei der “Red Bull Romaniacs” konnte der Niederösterreicher die Silber-Klasse für sich entscheiden. Silber ist der zweite von vier Härtegraden dieses fünftägigen Hard-Enduro-Klassikers in den rumänischen Karpaten.

Dieter Rudolf ist einer jener Motorrad-Piloten, die erst losfahren, wo die Wege aufhören und wo Felsen, Wurzeln und enorme Steigungen höchste Fahrtechnik und Mut erfordern. Die “Red Bull Romaniacs” stand daher ganz oben auf der To-Do-Liste des KTM-Piloten.

Zum bereits 15. Mal bereitete Romaniacs-Mastermind Martin Freinademetz mehr als 500 StarterInnen aus 53 Ländern ein wahrlich hartes Offroad-Menü. Nach dem spektakulären Enduro-Cross-Prolog in der historischen Altstadt von Sibiu ging es vier Tage lang insgesamt 600 Kilometer durch das schwierige Gelände der Karpaten. Das Wetter hat nicht mitgespielt. Vor und während der Rally gab es immer wieder Regen und Gewitter. Das an sich schon sehr anspruchsvolle Gelände wurde dadurch noch schwieriger und kräfteraubender. Eine weitere Schwierigkeit der “Red Bull Romaniacs” ist, dass die PilotInnen bei der GPS-Navigation weitestgehend auf sich alleine gestellt sind. Ein kleiner Navigationsfehler kann mitunter in eine unfahrbare Felsrinne führen und das Rennen beenden. Wie schwierig die “Red Bull Romaniacs” in diesem Jahr war, zeigt die Tatsache, dass 43 Prozent aller Teilnehmer das Ziel nicht erreicht haben.

Dieter Rudolf (l) in Sibiu im Gespräch mit Hubert Lafer (r) von HartEnduro.at

Nach seinem sensationellen 11. Platz beim “ErzbergRodeo” Ende Mai kam Dieter Rudolf mit viel Selbstvertrauen nach Rumänien. Er war aber nicht zu 100 Prozent fit. Denn eine am Erzberg erlittene Fußverletzung machte intensives Fahrtraining erst unmittelbar vor der “Red Bull Romaniacs” wieder möglich. Bei der “Red Bull Romaniacs” ließ sich Dieter Rudolf diesen Trainingsrückstand aber nicht anmerken. Er gewann zunächst die Silber-Wertung des Prologs, von den anschließenden vier Offroad-Etappen konnte Dieter Rudolf zwei für sich entscheiden und am Ende mit fast zwei Stunden Vorsprung den Klassen-Sieg feiern. Es ist übrigens ein österreichischer Doppelsieg, denn der Salzburger Michael Walkner schaffte es in der Silber-Klasse auf den 2. Gesamtrang.

Dieter Rudolf kam mit Trainingsrückstand nach Rumänien. Er konnte dennoch seine große technische Klasse ausspielen.

Dieter Rudolf nach der “Red Bull Romaniacs”: “Diese Woche ist richtig perfekt für mich gelaufen. Ich hätte nie mit dem Sieg gerechnet. Eigentlich wollte ich nur versuchen, ohne große Fehler durchzukommen und das Ziel zu erreichen. Doch es hat von Anfang an wirklich alles gut geklappt. Die Offroad-Etappen waren teils sehr lang und unglaublich anstrengend. Durch den Regen wurde die Strecke noch härter. Ich kam aber gut ins Rennen, fand jeden Tag einen guten Rhythmus. Bei der Navigation habe ich hin und wieder einen Fehler gemacht. Aber speziell bei den ganz schwierigen Hindernissen konnte ich meine fahrtechnische Klasse ausspielen und meinen Vorsprung ausbauen. Die Zielankunft war wirklich gewaltig – eine tolle Kulisse mit tausenden begeisterten Fans! Ich bin überglücklich, diesen Sieg in der Silberklasse geschafft zu haben. Mein gutes Rennen am Erzberg hat mir das nötige Selbstvertrauen gegeben. Der Sieg nun in Rumänien fühlt sich großartig an! Nach dem Prolog und vier intensiven Tagen am Bike bin ich jetzt aber absolut ausgepowert und wahnsinnig glücklich, das Ziel erreicht zu haben!”

Lars Enöckl erreicht in der Gold-Klasse den 11. Platz. In dieser Klasse sind 16 von 32 Startern ausgefallen.

Insgesamt sind 35 Österreicher bei der “Red Bull Romaniacs” am Start gewesen. Neben dem Silber-Doppelsieg von Dieter Rudolf und Michael Walkner waren einige Österreicher auch in den anderen Klassen sehr erfolgreich: Der Lunzer Lars Enöckl kämpfte in der härtesten Goldklasse gegen eine enorm brutale Strecke. Die Ausfallquote lag hier bei 50 Prozent. Romaniacs-Routinier Enöckl hielt durch und erreichte das Ziel auf Gesamtrang 11. In der dritt-schwierigsten Bronze-Klasse verfehlte der Oberösterreicher Andreas Maier das Podium nur knapp und wurde Vierter. Und in der Iron-Klasse wurde Markus Obendorfer Dritter. (c. panny, hubert lafer)

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photos: HartEnduro.at & Red Bull Content Pool: Future7Media, Mihai Stetcu